Der aktivistische Investor Paul Singer (Elliott Management) hat sich mit rund 4 Mrd. US-Dollar bei PepsiCo eingekauft.
Der Schritt setzt das Management unter Druck – und könnte die Strategie des Getränke- und Snack-Giganten deutlich verändern. Paul Singer Pepsico

Wer ist Paul Singer – und was plant Elliott?

Paul Singer gilt als einer der einflussreichsten aktivistischen Investoren der Welt.
Sein Hedgefonds Elliott Management baut signifikante Beteiligungen an Unternehmen auf und drängt anschließend auf Maßnahmen,
die aus Investorensicht Werte heben sollen – von Kostensenkungen bis hin zu Abspaltungen.

Bei PepsiCo zählt Elliott mit einem Investment von rund 4 Mrd. US-$ nun zu den größten Anteilseignern.
Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Veränderungen.

PepsiCo im Überblick: aktuelle Lage

  • Marken: Pepsi, Gatorade, 7Up (regional), Lay’s, Doritos, Fritos u. a.
  • Situation in Nordamerika: Druck im Getränkesegment; Pepsi-Cola liegt beim Marktanteil hinter Coca-Cola, Dr Pepper und Sprite.
  • Snacks: Mengenschwäche nach mehreren Preiserhöhungen; Konsumenten greifen häufiger zu günstigeren Alternativen.
  • Aktienmarkt: Der Börsenwert ist in den letzten zwei Jahren spürbar zurückgegangen – die Erwartung an einen „Aktivisten-Kick“ ist hoch.

Kurz gesagt: Ein starker Konzern mit bekannten Marken – aber klaren Baustellen in den USA.

Mögliche Agenda von Elliott

Typische Stellhebel, die Elliott bei Konsumgüterkonzernen nutzt und die auch bei PepsiCo plausibel sind:

  1. Refranchising/Abspaltung von Abfüllbetrieben: Kapital leichter, Margen höher, geringere Kapitalintensität.
  2. Fokus auf Kernmarken: Portfolio straffen, schwächere Marken prüfen, Marketing auf Top-Marken bündeln.
  3. Effizienzprogramme: Strukturen verschlanken, Einkauf & Logistik optimieren, Overhead senken.
  4. Kapitaldisziplin: Klare Priorisierung von Investitionen, M&A mit strenger Renditeprüfung.

Umsatz, Gewinn & Kennzahlen

Die folgenden Kennzahlen dienen der schnellen Einordnung (gerundet):

  • Umsatz 2024: ca. 91,9 Mrd. US-$ (leichtes Plus gegenüber 2023).
  • Operatives Ergebnis 2024: rund 12,9 Mrd. US-$ (margenseitig verbessert).
  • Jüngste Quartale: solider Umsatz, jedoch Ergebnisbelastungen durch Sondereffekte und höhere Kosten.
  • Verschuldung/Finanzkraft: robust und gut refinanziert; Spielraum für Investitionen sowie Dividendenfortführung vorhanden.

Dividende & Ausschüttungspolitik

PepsiCo zählt zu den verlässlichsten Dividendenzahlern im Sektor:

  • Jahresdividende: zuletzt ca. 5,69 US-$ je Aktie.
  • Dividendenrendite: etwa 3,5–4 % (kursabhängig).
  • Historie: über 50 Jahre in Folge Anhebungen – ein starkes Qualitätsmerkmal.
  • Zahlungsrhythmus: quartalsweise.

Chancen und Risiken

Chancen Risiken
Wertsteigerung durch Effizienzprogramme und klaren Fokus auf Kernmarken. Komplexität der Umsetzung; mögliche Verzögerungen oder Widerstände im Konzern.
Potenzial durch Refranchising/Portfolio-Bereinigung (höhere Margen, geringere Kapitalbindung). Konjunktur- und Preisdruck, Konsumenten wechseln zu günstigeren Alternativen.
Stabile Cashflows stützen Dividende und Investitionen in Wachstum (z. B. Energy-Drinks, „Better-for-you“). Währungs- und Rohstoffrisiken (z. B. Aluminium, Zucker, Transport).
Signalwirkung des Aktivisten kann Managemententscheidungen beschleunigen. Einmalige Kosten durch Restrukturierungen können das Ergebnis kurzfristig belasten.

Ausblick: Was bedeutet das für die Aktie?

Kurzfristig hat der Einstieg von Elliott der Aktie Rückenwind gegeben.
Mittel- bis langfristig hängt die Kursentwicklung davon ab, wie konsequent PepsiCo
die genannten Hebel zieht: Fokus, Effizienz und Kapitaldisziplin.
Gelingt die Umsetzung, sind höhere Margen und eine attraktivere Bewertung realistisch.
Gleichzeitig bleibt die Aktie dank verlässlicher Dividende für einkommensorientierte Anleger interessant.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Zahlen können sich ändern; bitte aktuelle Unternehmensberichte und Kursdaten prüfen.

Von NB