Einleitung: PepsiCo – Mehr als nur Limo und Chips

PepsiCo ist ein Name, den fast jeder kennt. Ob die spritzige Cola, die knusprigen Chips oder das erfrischende Sportgetränk – die Produkte des Unternehmens sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch PepsiCo ist weit mehr als nur ein Getränke- und Snackhersteller. Es ist ein globaler Konsumgüterriese mit einer beeindruckenden Marktkapitalisierung von rund 185,70 Milliarden US-Dollar (Stand Juli 2025) und über 300.000 Mitarbeitern weltweit.

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt von PepsiCo ein. Wir beleuchten die jüngsten Quartalszahlen, werfen einen Blick auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre und entschlüsseln die cleveren Strategien, mit denen das Unternehmen seinen Umsatz ankurbelt. Außerdem nehmen wir die berühmte Dividende unter die Lupe, sprechen über die Verschuldung und wagen einen Blick in die spannende Zukunft des Konzerns.

Pepsico

Ein Jahrzehnt des Wachstums: PepsiCos beeindruckende Entwicklung (2015-2024)

PepsiCo hat in den letzten zehn Jahren eine bemerkenswerte Reise hingelegt. Der Jahresumsatz kletterte stetig nach oben, von 63,06 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf stolze 91,85 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2024. Das ist ein klares Zeichen für die Anpassungsfähigkeit und Stärke des Unternehmens in einem sich ständig wandelnden Markt. Auch der Nettogewinn konnte in diesem Zeitraum gesteigert werden, von 5,452 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf 9,578 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.

Die jüngsten Zahlen: Q2 2025 im Fokus

Im zweiten Quartal 2025 hat PepsiCo die Erwartungen der Wall Street sogar übertroffen. Der Umsatz lag bei 22,73 Milliarden US-Dollar, während Analysten mit 22,25 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Auch der bereinigte Gewinn pro Aktie (Core EPS) übertraf mit 2,12 US-Dollar die Prognosen von 2,03 US-Dollar. Das organische Umsatzwachstum betrug solide 2,1 %.

Doch halt, da gibt es eine Besonderheit: Der ausgewiesene Nettogewinn sank im zweiten Quartal 2025 auf 1,26 Milliarden US-Dollar, ein deutlicher Rückgang von 59 % gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür war eine einmalige Wertminderung von fast 1,9 Milliarden US-Dollar, die hauptsächlich mit den Marken Rockstar Energy und der chinesischen Marke Be & Cheery zusammenhängt. Für Anleger ist es wichtig zu verstehen, dass solche Wertminderungen oft buchhalterischer Natur sind und nicht unbedingt die operative Kernstärke des Unternehmens widerspiegeln. Der Markt hat dies auch so interpretiert, denn die Aktie reagierte positiv auf die starken operativen Zahlen.

Ein weiterer Lichtblick ist das internationale Geschäft, das im zweiten Quartal 2025 ein beeindruckendes organisches Umsatzwachstum von 6 % verzeichnete. Im Jahr 2024 trugen die internationalen Geschäfte bereits 37 Milliarden US-Dollar zum Nettoumsatz bei, was 40 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Das zeigt, dass PepsiCo seine Abhängigkeit von reifen Märkten wie Nordamerika reduziert und erfolgreich in neuen Regionen wächst.

Hier ist eine Übersicht über die Umsatz- und Nettogewinnentwicklung der letzten zehn Jahre:

Jahr Jahresumsatz (Mrd. USD) Jährliche Umsatzveränderung (%) Jährlicher Nettogewinn (Mrd. USD) Jährliche Nettogewinnveränderung (%)
2015 63,06 -5,44 5,452 -16,16
2016 62,80 -0,41 6,330 16,09
2017 63,53 1,16 4,860 -23,26
2018 64,66 1,79 12,516 157,63
2019 67,16 3,87 7,314 -41,55
2020 70,37 4,78 7,120 -2,65
2021 79,47 12,93 7,612 6,99
2022 86,39 8,70 8,910 16,96
2023 91,47 5,88 9,074 1,84
2024 91,85 0,42 9,578 5,55

PepsiCos Strategie: So bleibt der Gigant in Bewegung

Wie schafft es PepsiCo, in einem so wettbewerbsintensiven Markt immer wieder zu wachsen? Die Antwort liegt in einer cleveren und vielschichtigen Strategie, die auf Innovation, Marktexpansion und Effizienz setzt.

Innovation und Portfolio-Anpassung: Der Puls der Zeit

PepsiCo ist ständig dabei, sein Produktportfolio zu erneuern und an die sich ändernden Vorlieben der Verbraucher anzupassen. Das bedeutet: mehr „erlaubte Snacks“ (also gesündere Optionen), zuckerfreie Getränke und funktionale Produkte. Ein Paradebeispiel ist Pepsi Zero Sugar, das im letzten Quartal ein starkes zweistelliges Volumen- und Nettoumsatzwachstum verzeichnete. Auch Sun Chips, ein Schlüsselprodukt im Bereich der „erlaubten Snacks“, zeigte ein doppeltes Umsatzwachstum und wird 2025 voraussichtlich über 700 Millionen US-Dollar Umsatz erzielen.

Aber das ist noch nicht alles! PepsiCo plant, bis Ende 2025 künstliche Farb- und Geschmacksstoffe aus wichtigen Marken wie Lay’s und Tostitos zu entfernen und gleichzeitig deren Markenbilder zu überarbeiten. Es werden sogar Cheetos und Doritos ohne künstliche Zusätze auf den Markt kommen. Und für alle, die auf Protein setzen: Neue proteinbasierte Getränke sind für Ende 2025 und Anfang 2026 geplant, um der wachsenden GLP-1-Konsumentenbasis gerecht zu werden. PepsiCo passt auch seine Preis- und Verpackungsstrategien an, um erschwinglichere Optionen und Portionskontrolle anzubieten.

Marktexpansion und Kanaloptimierung: Die Welt erobern

Die internationalen Märkte sind für PepsiCo ein echter Wachstumsmotor. Das Unternehmen investiert gezielt in Regionen wie Indien, Brasilien und Teile Europas, um dort seine Infrastruktur und Go-to-Market-Fähigkeiten auszubauen. Das internationale Geschäft trägt bereits maßgeblich zu Umsatz und Gewinn bei.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist der „Away-From-Home“-Kanal, also der Verkauf in Restaurants, bei Veranstaltungen und ähnlichen Orten. Dieser Kanal zeigte im zweiten Quartal 2025 ein hohes einstelliges Nettoumsatzwachstum und wird weiter ausgebaut, zum Beispiel durch Kooperationen wie das Doritos Nachos-Angebot bei Subway. PepsiCo versteht es, sich an lokale Vorlieben anzupassen, indem es maßgeschneiderte Packungsgrößen, Preise und Geschmacksrichtungen anbietet.

Operative Effizienz und Kostenmanagement: Schlank und stark

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt PepsiCo auf umfassende Effizienzprogramme. Die „One North America“-Initiative ist ein Paradebeispiel dafür: Sie zielt darauf ab, Synergien zwischen den nordamerikanischen Getränke- und Lebensmittelgeschäften zu nutzen, Doppelarbeit zu reduzieren und administrative Funktionen zu konsolidieren. Das Unternehmen hat bereits zwei Produktionsstätten und drei Mischzentren geschlossen und Personal abgebaut, um Kosten zu senken.

Produktivitätsprogramme umfassen auch die Automatisierung von Anlagen, Lagern und Vertriebszentren sowie die Digitalisierung und Standardisierung von IT-Systemen. Diese Maßnahmen sind nicht nur kurzfristige Sparmaßnahmen, sondern sollen PepsiCo langfristig widerstandsfähiger und agiler machen, um auch in einem herausfordernden Umfeld profitabel zu bleiben.

Die Dividende: Ein treuer Begleiter für Anleger?

Für viele Anleger ist PepsiCo vor allem wegen seiner beeindruckenden Dividendenhistorie attraktiv. Das Unternehmen ist ein sogenannter „Dividendenaristokrat“ und sogar ein „Dividendenkönig“, da es seine Dividende unglaubliche 53 Jahre in Folge erhöht hat. Das ist ein starkes Signal für finanzielle Stabilität und das Engagement, Aktionäre am Erfolg teilhaben zu lassen.

Die geschätzte jährliche Dividende für 2025 liegt bei 5,69 US-Dollar pro Aktie, was einer attraktiven Dividendenrendite von über 3,93 % oder 4,25 % entspricht. Diese Rendite ist deutlich höher als der 5-Jahres-Durchschnitt von 2,77 %. Für ertragsorientierte Anleger könnte dies einen spannenden Einstiegspunkt darstellen, da der Aktienkurs möglicherweise unterbewertet ist.

Hier ist die Entwicklung der jährlichen Dividendenzahlungen pro Aktie:

Jahr Jährliche Dividende pro Aktie (USD) Jährliche Veränderung (%)
2015 2,76 9,12
2016 2,96 7,16
2017 3,17 6,95
2018 3,59 13,29
2019 3,79 5,68
2020 4,02 6,09
2021 4,25 5,57
2022 4,52 6,52
2023 4,94 9,28
2024 5,33 7,79

Die Schattenseite: Hohe Verschuldung und Dividendenzahlung auf Kredit?

Doch halt, da gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. PepsiCo operiert mit einem „moderaten Schuldenstand“, aber einige Analysten sehen die steigende Verschuldung als „signifikantes Risiko“. Die langfristige Verschuldung lag Ende März 2025 bei 39,419 Milliarden US-Dollar. Das Verhältnis von Gesamtverschuldung zu Eigenkapital (Total Debt to Total Equity Ratio) ist mit Werten zwischen 231,03 und 264,68 in den letzten Quartalen hoch und liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt von 124,66. Das deutet auf einen hohen finanziellen Hebel hin.

Allerdings ist das Schulden-zu-EBITDA-Verhältnis (Debt/EBITDA) mit Werten zwischen 2,45 und 2,53 *niedriger* als der Branchendurchschnitt von 4,93. Das ist ein wichtiger Unterschied: Es zeigt, dass PepsiCo trotz hoher absoluter Schulden genügend operativen Gewinn generiert, um diese effektiv zu bedienen. Ratingagenturen wie DBRS Morningstar bestätigen dies mit einem stabilen Ausblick und einem hohen Rating (A high), da sie erwarten, dass die Schuldenniveaus stabil bleiben und die Cashflows die Dividenden decken.

Die Ausschüttungsquote (Payout Ratio) liegt bei 78,38 %. Das ist relativ hoch, da ein Wert unter 60 % oft als gesünder gilt, um Reinvestitionen zu ermöglichen. Morningstar erwartet jedoch, dass die Ausschüttungsquote im nächsten Jahrzehnt durchschnittlich im niedrigen 70er-Bereich bleiben wird.

PepsiCo plant für 2025 eine Gesamtkapitalrückführung an die Aktionäre von rund 8,6 Milliarden US-Dollar, davon 7,6 Milliarden US-Dollar für Dividenden und 1,0 Milliarde US-Dollar für Aktienrückkäufe. Der freie Cashflow (FCF) für 2024 betrug 7,531 Milliarden US-Dollar. Der Nettocashflow aus operativen Aktivitäten lag 2024 bei 12,507 Milliarden US-Dollar.

Die Frage, ob die Dividende auf Kredit gezahlt wird, ist also nuanciert. Während die Ausschüttungsquote hoch ist, scheinen die Dividenden und Rückkäufe durch den operativen Cashflow gedeckt zu sein. Ein Analyst von The Motley Fool argumentiert sogar, dass PepsiCo „aus den richtigen Gründen“ Schulden aufgenommen habe, um in das Geschäft zu investieren. Das Unternehmen balanciert also zwischen Aktionärsrenditen und strategischen Investitionen, um langfristiges Wachstum zu sichern.

Hier sind einige relevante Finanzkennzahlen zur Verschuldung und Dividendendeckung:

Jahr Langfristige Schulden (Mrd. USD) Freier Cashflow (Mrd. USD) Gezahlte Bardividenden (Mrd. USD)
2015 29,213 8,192 -4,040
2016 30,053 7,722 -4,227
2017 33,796 7,241 -4,472
2018 28,295 6,267 -4,930
2019 29,148 5,587 -5,304
2020 40,370 6,428 -5,509
2021 36,026 7,157 -5,815
2022 35,657 5,855 -6,172
2023 37,595 8,122 -6,682
2024 37,224 7,531 -7,229

Blick in die Zukunft: PepsiCos langfristige Vision

PepsiCo ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern blickt entschlossen in die Zukunft. Das Unternehmen hat ehrgeizige Pläne, um sich an globale Trends anzupassen und seine Marktführerschaft zu festigen.

Nachhaltigkeit im Fokus: Die „pep+“-Strategie

Ein zentraler Pfeiler der Zukunftsstrategie ist die Nachhaltigkeit, zusammengefasst in der „pep+“-Strategie. Diese ist als „strategische End-to-End-Transformation“ konzipiert, die Nachhaltigkeit und Humankapital in den Mittelpunkt stellt. PepsiCo hat sich ehrgeizige Ziele bis 2030 gesetzt, darunter:

  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen: 50 % Reduktion der Scope 1 und 2 Emissionen, 30 % Reduktion der Scope 3 (FLAG) Emissionen und 42 % Reduktion der Scope 3 (Energy & Industry) Emissionen – alles im Vergleich zum Basisjahr 2022. Das langfristige Ziel ist Netto-Null-Emissionen bis 2050.
  • Regenerative Landwirtschaft: Ausweitung auf 10 Millionen Acres bis 2030.
  • Nachhaltige Verpackungen: 97 % oder mehr der Primär- und Sekundärverpackungen sollen bis 2030 wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar sein. Zudem soll der Einsatz von neuem Kunststoff aus nicht-erneuerbaren Quellen pro Portion bis 2030 um 50 % reduziert werden.
  • Wassermanagement: Ziel ist es, bis 2030 „Net Water Positive“ zu werden.

Diese Initiativen sollen nicht nur den ökologischen Fußabdruck reduzieren, sondern auch langfristig Kosten senken und die Markenloyalität stärken.

Anpassung an Konsumententrends: Der Kunde ist König

PepsiCo weiß, dass sich die Verbraucherpräferenzen ständig ändern. Das Unternehmen erwartet, dass die Konsumenten weiterhin „wertbewusst“ bleiben werden, wobei Erschwinglichkeit, kühne Geschmacksprofile, Gesundheitsaspekte („Permissibility“), Funktionalität und Portionskontrolle den Wert bestimmen. Daher konzentriert sich PepsiCo weiterhin auf wachsende Segmente wie zuckerfreie Getränke, funktionale Hydratation und Sporternährung.

Umgang mit makroökonomischen Faktoren: Agilität ist Trumpf

Makroökonomische Belastungen wie Inflation und Lieferkettenstörungen bleiben eine Herausforderung. PepsiCo hat jedoch Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Produktivitätssteigerung beschleunigt, um diesen entgegenzuwirken. Das Management ist bestrebt, agil zu bleiben und Strategien zur Minderung höherer Lieferkettenkosten umzusetzen.

Fazit: PepsiCo – Ein Investment mit Geschmack und Substanz?

PepsiCo hat in den letzten Jahren eine beeindruckende operative Stärke bewiesen und die Erwartungen der Wall Street immer wieder übertroffen. Das diversifizierte Portfolio, die starken Marken und die konsequente Ausrichtung auf Effizienz und Innovation sind klare Stärken des Unternehmens.

Der Status als Dividendenaristokrat mit 53 Jahren kontinuierlicher Dividendenerhöhungen macht PepsiCo für viele Anleger besonders attraktiv. Die hohe Dividendenrendite ist ein Bonus, der durch die solide Cashflow-Generierung des Unternehmens gestützt wird, auch wenn die hohe Ausschüttungsquote und die Verschuldung genauer betrachtet werden sollten.

Die langfristigen Aussichten sind vielversprechend, insbesondere durch die konsequente Umsetzung der „pep+“-Nachhaltigkeitsstrategie und die Anpassung an sich ändernde Konsumententrends. PepsiCo investiert gezielt in neue Produktkategorien und expandiert erfolgreich in internationalen Märkten, was das Wachstum weiter ankurbeln soll.

Trotz kurzfristiger Herausforderungen wie Inflation und Lieferkettenproblemen scheint PepsiCo gut positioniert zu sein, um seine Marktführerschaft zu behaupten und langfristig Wert für seine Aktionäre zu schaffen. Es ist ein Unternehmen, das nicht nur auf den aktuellen Geschmack der Verbraucher hört, sondern auch proaktiv die Zukunft gestaltet. Ein Investment mit Geschmack und Substanz – das könnte PepsiCo auch in den kommenden Jahren bleiben.

Pepsico

Von NB